In „Sörensen geht aufs Haus“ trifft Kriminalkommissar Sörensen auf ein makabres Rätsel in der norddeutschen Provinz. Was als banaler Nachbarschaftsstreit beginnt – ein ehemaliger Krabbenfischer will die Maulwürfe des Nachbarn mit einem Wasserschlauch ausschwemmen – endet mit dem Fund einer halb verwesten Hand im Erdhügel. Der verdächtige Nachbar entpuppt sich als Schiefel, Sörensens alter Schulfreund aus der ersten Klasse.
Regisseur Sven Stricker inszeniert diese Geschichte ohne überflüssige Erzählstimmen. Statt die Handlung nur voranzutreiben, entfalten sich die Dialoge organisch aus den Figuren, während Sörensens innere Monologe seine Gedankenwelt direkt spiegeln. Die Sprache ist präzise und charakterisiert die Personen durch treffende Bilder statt langer Beschreibungen.
Bjarne Mädel verkörpert Sörensen mit einer einzigartigen Mischung aus Melancholie und trockenem Humor, unterstützt von einer hochkarätigen Besetzung: Dietrich Hollinderbäumer als skurriler Nachbar, Matthias Matschke als Spurensicherer und Dietmar Wunder, dessen Stimme unweigerlich an James Bond erinnert. Das Ergebnis sind zwei Stunden Krimi-Unterhaltung, die trotz der schweren Thematik durch witzige Dialoge und eine authentische Geräuschkulisse besticht.
Sörensen geht aufs Haus
- Autor und Regie: Sven Stricker
- Mit: Bjarne Mädel, Birte Kretschmer, Udo Kroschwald, Felix von Manteuffel, Magdalena Höfner, Matthias Matschke, Dietmar Wunder, Ulrike C. Tscharre, Dietrich Hollinderbäumer, Barnaby Metschurat, Erika Skrotzki, Franz Röbig, Eliot Karow, Claudia Eisinger
- Besetzung: Jürg Meister
- Komposition: Jan Peter Pflug
- Ton und Technik: Andreas Stoffels und Frank Klein
- Regieassistenz: Stefanie Heim
- Dramaturgie: Felix Lehmann
- Deutschlandfunk 2026
